Podcast-Episode

Südostasien heute: Die Arbeit der Heinrich-Böll-Stiftung in Thailand und Kambodscha

Vortrag und Diskussion - After-Work-Gespräch

Mit:

Jost Pachaly, Leiter des Regionalbüros Südostasien Manfred Hornung, Leiter des Landesbüros Kambodscha der Heinrich-Böll-Stiftung

Moderation: Petra Zimmermann, Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin

Die Heinrich-Böll-Stiftung arbeitet in Südostasien mit den Schwerpunkten Demokratisierung sowie Ökologie und nachhaltige Entwicklung. Das Regionalbüro liegt in der Millionen-Metropole Bangkok, in deren Großraum schätzungsweise 12 Mio. Menschen leben. Diese kämpfen mit den Folgen von verfehlter Stadtplanung, da z.B. auf Grün weitgehend verzichtet wurde: Während in Singapur 66m² Grünfläche pro Einwohner/in zur Verfügung stehen, sind es in Bangkok nur 3m². Das Grundwasser schwindet, Teile der Stadt senken sich ab, und auch der Monsun kann die Speicher wegen der vielen versiegelten Flächen nicht mehr füllen – ein Grund für die Überschwemmungskatastrophe im vergangenen Jahr. Innenpolitisch kämpft das Königreich mit Demokratiedefiziten, die immer wieder in Aufständen mit anschließendem militärischem Eingreifen gipfeln, mit Menschenrechtsverletzungen und Korruption. Außenpolitisch liegt man mit einigen Nachbarn im Streit, darunter auch wegen umstrittener Grenzziehungen mit Kambodscha.

Die Bevölkerung Kambodschas ist extrem jung: Das Durchschnittsalter liegt bei 22 Jahren. Kambodscha fehlt durch die drei Jahre, acht Monaten und 21 Tage andauernde Gewaltherrschaft der Roten Khmer eine ganze Generation – an Menschen, an Wissen, an Tradition. Mehr als ein Viertel der Bevölkerung fiel zwischen 1975 und 1979 dem Pol-Pot-Regime zum Opfer. 1,7 Millionen Menschen wurden ermordet, eine weitere Million starb an der folgenden Hungersnot. Die Vergangenheit ist aber für die meisten Kambodschaner/innen weniger ein Thema als Gegenwart und Zukunft: Hier stehen Menschenrechte und die Frage nach einer gerechten Landverteilung im Mittelpunkt. Auch Umweltschutz ist in Kambodscha ein heißes Thema: Angkor Wat war bis 1431 die größte Stadt der Welt, größer noch als das heutige New York. Es fiel bereits im 15. Jahrhundert dem Klimawandel zum Opfer und verwaiste.

Die beiden Büroleiter stellen neben den politischen Rahmenbedingungen die konkrete Stiftungsarbeit vor Ort vor.

Diese Episode ist Teil der Serie:
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