Podcast-Episode

Radical Ecological Democracy: Towards Human Well-being with Sustainability and Equity

Mit Ashish Kothari (Kalpavriksh & Greenpeace, Indien)

Die wachsende Erkenntnis, dass das aktuelle wirtschaftliche Entwicklungsmodell auf unbegrenztem, nicht-nachhaltigem Wachstum und Ungerechtigkeit angelegt ist, erfordert die Suche nach Alternativen. Bereits existierende Ansätze einer "grünen" Wirtschaft beziehen sich meist auf technische oder organisatorische Lösungen, ohne die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Strukturen grundlegend in Frage zu stellen, die das Problem in erster Linie verursacht haben. Und ohne eine Alternative zum "Wachstumsparadigma" als dominanter wirtschaftliche Ideologie von heute zu diskutieren.

Gibt es alternative Konzepte zu einer wirklich nachhaltigen und gerechten Zukunft? Was muss getan werden, um den Übergang in eine solche Zukunft zu ermöglichen?

Der Vortrag wird versuchen, diese Fragen zu beantworten und stellt das alternative Konzept „Radikale Ökologische Demokratie“ vor. Es ist aus unzähligen ‚grassroot‘-Initiativen in vielen Teilen der Welt entstanden und setzt sich mit alternativen Formen des Regierens, der Produktion, Verteilung und des Konsumverhaltens auseinander. Die Präsentation wird verschiedene Beispiele für solche Initiativen - vor allem - aus Indien vorstellen.

Das Konzept „Ökologische Demokratie“ konzentriert sich auf das Wohlbefinden und die Befriedigung menschlicher Grundbedürfnisse durch direkte Demokratie und lokal ausgerichtete Wirtschaftsformen, die eingebettet sind in ökologische und kulturell vielfältige Zusammenhänge und die ohne zentralisierte Geldmonopole auskommen. Es geht um die Idee menschlichen „Wohlstands“, die den tatsächlichen Bedürfnissen der Menschen entspricht und qualitative Werte wie Zufriedenheit und soziale Sicherheit gewährleistet, demokratischen Zugang zu Wissen und Bildung, sowie kulturelle Vielfalt und Austausch ermöglicht. Dieser Ansatz schlägt eine Mischung aus Lokalisierung und Globalisierung vor, wobei sich die Lokalisierung an den früheren Versorgungsgemeinschaften mit der wesentlichen Kontrolle über die Produktionsmittel, Verbrauch, Handel und Lebensunterhalt orientiert und die Globalisierung in diesem Sinne Möglichkeiten zu interkulturellem Austausch und gegenseitigem Lernen meint.

Mitschnitt der Veranstaltung vom 18. Mai 2015 in der Heinrich-Böll-Stiftung

Diese Episode ist Teil der Serie:
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