DossierFeministische Perspektiven auf globale Umweltgerechtigkeit

Die Umwelt- und Klimakrise sind nicht geschlechtsneutral und vertiefen Mehrfachdiskriminierung. Es erfordert aber umweltpolitisches Fachwissen und Genderkompetenz, wenn sich die feministische Perspektive eines ökologischen Problems nicht allein auf die Betroffenheit von Frauen beziehen soll. In diesem Dossier stellt die Heinrich-Böll-Stiftung einen Ausschnitt ihrer Arbeit vor, mit der die hbs über die vergangenen Jahrzehnte die internationale Debatte um Umwelt- und Geschlechtergerechtigkeit vorangebracht hat.

Kein Politikfeld ist geschlechtsneutral. Deswegen ist es so wichtig, nicht nur Klimapolitik zu einem Querschnittsthema für alle Ministerien zu machen, sondern auch Geschlechterdemokratie wirklich in alle Ministerien zu integrieren.
Barbara Unmüßig, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung

Einführung

Das Engagement der Frauen- und feministischen Bewegungen für Umwelt- und Klimathemen nimmt zu. Auch die Kommission für die Rechtsstellung der Frau der Vereinten Nationen widmet sich 2022 der „Gleichstellung der Geschlechter und Stärkung der Rolle aller Frauen und Mädchen" im Rahmen von Strategien und Programmen zur Bekämpfung des Klimawandels, der Umwelt und der Katastrophenvorsorge.

Porträt barbara Unmüßig

“Wir sollten uns nicht erlauben, über den CO2-Tonnenblick die sozialen Fragen zu vergessen“

Skulptur steht auf einer Wiese

Mainstreaming Gender und Empowerment von Frauen für ökologische Nachhaltigkeit

Feministische Perspektiven auf globale Urbanisierung

Etwa 90 % der künftigen Stadtbewohner werden voraussichtlich in Asien und Afrika leben - Regionen, in denen der Anteil der sozial benachteiligten Menschen bereits jetzt am höchsten ist. Weltweit leben derzeit 800 Millionen Menschen in Slums. Auch in Europa ist fast ein Viertel der Stadtbevölkerung verarmt und sozial ausgegrenzt. Und doch ist die Stadt für Frauen, die im Durchschnitt weniger als 2 % des weltweiten Grundbesitzes besitzen, eine Chance und eine Möglichkeit zum Überleben.

Zwei Seiten einer Medaille: Geschlechtergerechtigkeit und Klimagerechtigkeit

Die Auswirkungen der Erderwärmung und des Klimawandels betreffen alle Menschen weltweit, doch nicht in gleichem Maße. Die Klimakrise trifft die Länder des Globalen Südens stärker als die des Nordens, und sie wirkt auch nicht geschlechtsneutral. Frauen* und Mädchen* sind nachweislich häufiger größeren Risiken durch Naturkatastrophen und Belastungen durch Wetterextreme ausgesetzt als Männer und Jungen.

Arbeiter bei der Reisernte

Gender und der Klimawandel: Eindrücke aus Südostasien

Globale Energiewende: Ungleichheiten könnten verschärft werden

Video

In diesem vierminütigen Video zeigen wir, warum Klimafinanzierung geschlechtergerecht sein muss, und wie geschlechtergerechte Klimafinanzierung aussehen sollte.

Was Geschlechtergerechtigkeit und Plastik miteinander zu tun haben

Auf dem Umweltgipfel der Vereinten Nationen wurde verabredet, ein verbindliches Abkommen zur Eindämmung des enormen Plastikabfalls bis 2024 zu schaffen. Mit einem Gewicht von 100 Eiffeltürmen täglich landen Plastikprodukte im Müll und in den Meeren. Dass Kunststoffe durch Produktion und Vermüllung massive Umwelt- und Gesundheitsprobleme verursachen, ist bekannt. Aber was hat der zerstörerische Plastikmüll mit der Ungleichheit der Geschlechter zu tun?. Wir stellen Fakten zu geschlechtsspezifischen Auswirkungen von Plastik vor.