Die privatwirtschaftlichen Ableger der Weltbankgruppe: IFC und MIGA

Die privatwirtschaftlichen Ableger der Weltbankgruppe: IFC und MIGA

In ihrem Strategiepapier 3.0 für die Geschäftsjahre 2018 bis 2020 kündigt die bei der Weltbank angesiedelte Internationale Finanz-Corporation (IFC) an, mit neuen Plattformen, neuen Instrumenten, neuen Werkzeugen und einer neuen internen Organisation neue Märkte schaffen zu wollen. Besonders die Entwicklung einer der Plattformen sollte im Auge behalten werden: das Managed Co-Lending Portfolio Program, weil es an der Spitze der Bemühungen steht, Infrastruktur zu einer Anlageklasse zu machen. Mit der Umsetzung der Kaskade ist auch ein IFC-Portfolio für Finanzintermediäre interessant und sollte weiterhin beobachtet werden. Laut der Organisation Inclusive Development International (IDI) ließ die IFC zwischen 2010 und 2015 Finanzintermediären (FI) wie Handelsbanken, Kapitalbeteiligungs- und Hedgefonds 50 Mrd. USD (gut 40 Mrd. Euro) zufließen, aber Wirtschaftsprüfungen machten deutlich, wie wenig man über die Auswirkungen solcher Investitionen weiß. Und eine laxe Aufsicht seitens der IFC über seine FI-Vorgänge führten letztlich dazu, dass die FIs Projekte finanzierten, die von der IFC aus eigenem Antrieb nicht finanziert worden wären, wie etwa Investitionen in Kohle.

Die ebenfalls bei der Weltbank angesiedelte Multilaterale Investitions-Garantie-Agentur (MIGA) setzt ihre rasche Erweiterung der Produktpalette fort, um die Privatwirtschaft mit einer politischen Risikoversicherung und verbesserten Krediten anzulocken. In ihrer Strategie für die Jahre 2018–2020 ist die Rede davon, dass sie ihre Produktpalette auch in instabilen und von Konflikten betroffenen Staaten sowie für Projekte im Bereich Abmilderung des und Anpassung an den Klimawandel anbieten will. Bis 2020 sollen 28 Prozent ihrer neuen Investitionen in klimaorientierte Projekte fließen.

In Mode sind gerade verschiedene Arten von Garantien, die das Risiko vom privaten in den öffentlichen Sektor verlagern.

Ein Beispiel dafür ist das gemeinsam von der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) und der MIGA entwickelte Modell zur Kreditrisikominimierung. Es wird derzeit an der projektbezogenen Anleihe des allerersten türkischen Greenfield-Infrastrukturprojekts getestet – einem riesigen in öffentlich-privater Partnerschaft durchgeführten Krankenhausbau.

Die Projektanleihe wurde von Vigeo EIRIS als „Green and Social Bond“ klassifiziert.