Streit ums Politische

Heinz Bude im Gespräch mit seinen Gästen

»Streit ums Politische« ist eine politische Diskussionsreihe mit Heinz Bude, die an der Schaubühne am Lehniner Platz in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung stattfindet. Jeweils zu Beginn einer neuen Spielzeit werden an vier Terminen ein oder mehrere Gäste eingeladen, die zu unterschiedlichen Aspekten des gewählten Themas diskutieren.

Streit ums Politische 2022

Heinz Bude im Gespräch mit seinen Gästen 2022

Krieg und Frieden beschreiben nicht nur politische oder juristische Verhältnisse,sondern sind Gesellschaftszustände. In dieser Spielzeit diskutiert Heinz Bude mit seinen Gästen, wie im Frieden der Krieg entsteht – und wie im Krieg der Frieden vorbereitet werden muss. Mit besonderer Aufmerksamkeit für die offenbar nicht richtig eingeschätzte Bedrohung durch denrussischen Imperialismus stellt sich die Frage, wie sich der Angriffskrieg auf die Ukraine im Frieden nach 1989 angebahnt hat und wie sich der Frieden in Kriegsgesellschaften Bahn brechen kann.

31. Oktober 2022

"Krieg und Frieden im Kontext von Globalisierung und Fragmentierung"

Heinz Bude im Gespräch mit Ulrich Menzel

Mitschnitt vom 31.10.2022

Es wurde lange geglaubt: Je verflochtener die Welt ist, desto friedlicher wird sie. Der weltweite Handel nähre das Interesse aneinander und mache die Menschen offener und vernünftiger. Diese Annahme einer zunehmenden Befriedung der Welt ist jedoch nicht nur durch Wladimir Putins Angriffskrieg in der Ukraine falsifiziert worden. Im Gespräch mit Ulrich Menzel geht es um die Frage, was dieser Krieg über die zukünftige Ordnung der Welt verheißt.

Streit ums Politische: "Krieg und Frieden im Kontext von Globalisierung und Fragmentierung" - Heinrich-Böll-Stiftung

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Streit ums Politische 2021/22: »Ruhm«

Heinz Bude im Gespräch mit seinen Gästen 2021
20. September I 18. Oktober I 22. November I 6. Dezember

Gerühmt werden heute die Held_innen des Widerstands, die Maler_innen des Unsichtbaren und die Dichter_innen des Unwahrscheinlichen. Ruhm ist eine hohe Form der Anerkennung. Denn der Ruhm soll unvergänglich sein. Jemand wie Horaz wollte sich mit Worten selbst ein Denkmal setzen, das »dauernder als Erz« ist, aber der Ruhm wird einem am Ende von der Nachwelt verliehen. Worin bestehen die Ruhmestaten? Wer sorgt für die Ruhmesworte? Wie wird der Ruhm verwahrt? Und vor allem: Warum wird heute wieder gerühmt? In einer Welt der vielfältigen Vergänglichkeiten (ökologischer, kapitalistischer, moderner Art) entsteht anscheinend der Traum vom unvergänglichen Weiterleben, der einzelne Menschen hervorhebt, die etwas gewagt, etwas geschaffen und etwas in die Welt gebracht haben. Heinz Bude lädt wieder vier Gesprächspartner_innen ein, mit denen er diese merkwürdige Sache des Ruhmes erörtern wird.

»Streit ums Politische« ist eine politische Diskussionsreihe mit Heinz Bude an der Schaubühne, die seit der Spielzeit 2011 / 12 regelmäßig stattfindet. Jeweils zu Beginn einer neuen Spielzeit werden an vier Terminen ein oder mehrere Gäste eingeladen, die zu unterschiedlichen Aspekten des gewählten Themas diskutieren.

»Poeta Laureatus«

Heinz Bude im Gespräch mit Ann Cotten

Am 20. September 2021

Der erste Abend widmet sich unter dem Titel »Poeta laureatus« der Dichterkrone, die im Dichterwettstreit verliehen worden ist. Wir erleben gerade eine Wiederkehr der Dichtkunst an herausragender Stelle. Man denke nur an das Gedicht »The Hill We Climb«, das Amanda Gorman bei der Amtseinführung von Joe Biden vorgetragen hat. Es sind allerdings die Dichterinnen, die den Dichtern Konkurrenz machen. Die Unvergänglichkeit des Ruhms hat ein Geschlecht gewonnen. Es stellen sich die Fragen, was das für die Anlässe der Ruhmbezeugung, was für die Adressat_innen des Ruhms und was für die Sprache des Ruhms bedeutet.

ANN COTTEN. Die in den USA geborene Ann Cotten ist eine dichtende Person, die in ihren Texten einen ungeheuren experimentellen Reichtum entfaltet. Sie ist eine der wichtigsten Textproduzentinnen in der deutschsprachigen Literatur und erklärt in Essays, was man mit Sprache alles machen kann.  Zuletzt erschienen ihre Bücher: »Verbannt« (edition suhrkamp, 2016), »Lather In Heaven« (englisch, Broken Dimanche Press, 2016), »Jikiketsugaki. Tsurezuregusa« (Verlag Peter Engstler, 2017), »Fast Dumm« (starfruit press, 2017), »Was Geht« (Sonderzahl 2018), »Lyophilia« (Suhrkamp 2019). Sie ist Übersetzerin vom Englischen ins Deutsche, u. a. für Joe Wenderoth, Rosmarie Waldrop, Isabel Waidner, Legacy Russell, Nirvana, Adam Green und Liesl Ujvary. Zur Zeit ist sie Junior Fellow am IFK Wien.

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Streit ums Politische mit Ann Cotten: "Poeta Laureatus" - Heinrich-Böll-Stiftung

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»Sehnsucht nach Ruhm«

Heinz Bude im Gespräch mit Wilfried Nippel

Am 18. Oktober 2021

Von Horaz stammt der Satz »Ein Denkmal habe ich mir gesetzt, dauernder als Erz«. Ruhm ist ein Begriff mit langer Dauer. Die europäische Antike kannte des Ruhm des Feldherrn, des Dichters, des Philosophen und des Kaisers. Im Ruhm verschmelzen offenbar Rolle und Person. Es ist zu fragen, wie sich die antike Ruhmsicherheit zur modernen Ruhmunsicherheit verhält oder ob die Ruhm immer schon ein prekäres Gut war.

WILFRIED NIPPEL ist Professor im Ruhestand an der Humboldt-Universität zu Berlin. Er hat wegweisende Untersuchungen über »Aufruhr und ‚Polizei‘ in der römischen Republik« oder über »Antike oder moderne Freiheit«  veröffentlicht und zuletzt das Verständnis von Marx bereichert.

Streit ums Politische mit Wilfried Nippel: "Sehnsucht nach Ruhm" - Heinrich-Böll-Stiftung

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"Orte der Produktion von Ruhm"

Heinz Bude im Gespräch mit Barbara Stollberg-Rilinger

Am 22. November 2021

Ruhm wird an bestimmten Orten erzeugt. Das sind heute weniger die einsamen Orte der Schreibenden, die in Hotels, in Cafés oder in Holzhäusern am Meer ihrem armen Werk nachgehen. Es sind die Advanced Studies Institute überall auf der Welt, wo sich ausgewählte Wissenschaftlerinnen treffen, um in zweckfreier Forschung um ihren Ruhm in der Nachwelt zu konkurrieren. Im offenen Gespräch jenseits der Genzen von Wissenschaftskulturen sollen sich unerwartete Erkenntnisse herausschälen, die den Ruhm des Ortes und der dort Anwesenden begründen.  Vielleicht wird im Geiste des entlegenen Ortes ein Opus Magnum abgeschlossen oder ein bahnbrechender Aufsatz verfasst. Dann könnte ein Honorary Fellowship den Ruhmgewinn zum Ausdruck bringen.

Barbara Stollberg-Rilinger ist eine deutsche Historikerin. Sie erforscht vor allem die Frühe Neuzeit und bekleidete von 1997 bis 2018 den Lehrstuhl für Geschichte der Frühen Neuzeit an der Universität Münster. Seit September 2018 ist sie Rektorin des Wissenschaftskollegs zu Berlin.

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»Phantome des Ruhms«

Heinz Bude im Gespräch mit Lothar Müller

Am 06. Dezember 2021

Von manchen Autor*innen und vielen Personen der Geschichte ist der bloße Ruhm übriggeblieben. Man kennt den Namen, aber längst nicht mehr das Werk oder hat überhaupt keine Ahnung mehr über die geschichtliche Bedeutung. Dann ist Ruhm der Rest einer Unvergänglichkeit, die stets von ihrer Vergänglichkeit bedroht ist. Ruhm ist womöglich ein Phantom, dem die Ruhmsüchtigen nachlaufen, das aber nichts mehr besagt.

Lothar Müller, geboren 1954 in Dortmund, war zwei Jahrzehnte Feuilleton-Redakteur der Süddeutschen Zeitung und ist Honorarprofessor für Literaturwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin. Er hat neben Literaturkritiken sowie zeitdiagnostischen und kulturhistorischen Essays mehrere Bücher veröffentlicht, zuletzt »Freuds Dinge. Der Diwan, die Apollokerzen und die Seele im technischen Zeitalter« (2019) sowie »Adrien Proust und sein Sohn Marcel. Beobachter der erkrankten Welt« (2021).

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