Tullio Richter-Hansen, Johann-Wolfgang-Goethe-Universität, Frankfurt a.M.

Terror und Gegen-Terror. Politik und Ästhetik des US-Spielfilms nach 9/11

Das Kino nach dem 11. September 2001 ist in wechselseitiger Manier mit der Debatte um Terrorismus und Strategien zu dessen Bekämpfung verbunden. Einerseits greifen neben einschlägigen Dokumentationen auch Spielfilme die Thematik auf und variieren sie im Rahmen fiktionaler Strukturen. Andererseits schreiben diese Filme den 9/11-Diskurs ihrerseits fort und leisten somit einen nicht unerheblichen Beitrag zum öffentlichen Verständnis von Terrorismus und des so genannten Anti-Terror-Krieges.

Ziel dieses Dissertationsprojektes ist es, zu untersuchen, in welchem Verhältnis die terroristischen Anschläge von 2001 und der andauernde "War on Terror" zum US-Spielfilm der Ära stehen. Im Zuge dessen wird das Verhältnis von Zeitgeschichte, Politik, Gesellschaft und der Ästhetik des Kinos im Jahrzehnt bis 2012 beleuchtet. Gleichermaßen am Anfang und Ende des dieserart zeitlich und thematisch abgesteckten Untersuchungsfeldes stehen zwei – einander verwandte – Grundproblematiken der (film)wissenschaftlichen Forschung, zu deren Diskussion dieses Projekt einen Beitrag leisten will: das Beziehungsgeflecht zwischen Affekt, Medium und Zuschauer sowie die Fragestellung nach der generellen Fähigkeit der spezifischen Ästhetik des Kinos, die gesellschaftliche Realität aufzugreifen und seinerseits mitzubestimmen.