Meinungsbildung Online. Erfolgsbedingungen politischer Meinungsbildung in Online-Beteiligungsverfahren
Was sind die Bedingungen für den Erfolg von politischen Beteiligungsverfahren im Internet? Dieser Frage gehe ich im Rahmen meiner Arbeit am Beispiel von Online-Bürgerhaushalten und e-Petitionen nach. Dabei steht vor allem das Webseiten-Design (Moderation, vorhandene Informationen u.a.) und die Interaktion (Diskussionsstil, Intensität, Informiertheit u.a.) im Zentrum.
Online-Beteiligungsprozesse gibt es auf allen Ebenen des politischen Systems und in unterschiedlichsten Formaten: reine Diskussionsseiten wie etwa die Plattform Futurum der Europäischen Kommission, die den EU-Verfassungsprozess begleitete oder konsultative Verfahren, die für politische Anregungen der Bürger offen stehen. Beteiligungsverfahren, die verbindliche Ergebnisse hervorbringen sollen (wie etwa Online-Wahlen) gibt es bislang kaum, in Deutschland gar nicht. Die Entwicklung der letzten Jahre zeigt jedoch, dass das Internet als Medium der politischen Beteiligung zunehmend an Bedeutung gewinnt. Da es den Bedürfnissen der Bürger in vielerlei Hinsicht entgegen kommt (zeitliche und örtliche Flexibilität, Transparenz, Multimedialität), wird die politische Online-Nutzung zukünftig wahrscheinlich weiter wachsen.
Wie politische Beteiligungsverfahren im Internet aufgebaut sein müssen, um politische Diskussionen und die kollektive Meinungsbildung voran zu bringen, ist eine Frage von aktueller und zukünftiger Bedeutung. Bislang gibt es jedoch kaum wissenschaftliche Forschung, die Fragen der tatsächlichen Anwendung und Gestaltung von Online-Beteiligungsverfahren adressiert. Diese Lücke soll mit dem Forschungsprojekt geschlossen und dabei eine Brücke zwischen anwenderorientierten und diskurstheoretischen Perspektiven geschlagen werden.