Respektserleben von Menschen mit und ohne Lernschwierigkeiten: Wahrnehmung der Qualität sozialer Interaktion und Zusammenhänge mit psychischer Gesundheit

Katharina Schabarum, Technische Universität Dortmund

In dem seit einigen Jahren geführten Diskurs um gesellschaftliche Integration und Partizipation von Menschen mit Behinderungen wird der Respektsbegriff oft unklar als allgemeine Regel für den Umgang miteinander herangezogen. Eine Abgrenzung von Respekt gegenüber anderen Konstrukten wie Akzeptanz und Toleranz bleibt dabei offen.
Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Respektserleben von Menschen mit und ohne Lernschwierigkeiten [1] mit dem Ziel, ein gemeinsames Respektsverständnis zu definieren. In einer qualitativen Studie wird durch eine Interview-Befragung das Respektsverständnis von Menschen mit und ohne Lernschwierigkeiten erhoben. Aus diesen Erkenntnissen soll eine Skala entwickelt werden, die in einer weiteren Studie auf ihre Anwendbarkeit überprüft wird. In einer dritten Studie wird der Zusammenhang zwischen empfundenem Respekt und depressiven und ängstlichen Verstimmungen exploriert. Dieser Zusammenhang kann helfen zu erkennen, welche Schwierigkeiten sich für den Integrationsprozess ergeben, wenn Menschen mit Behinderungen sich nicht respektvoll behandelt fühlen. Ängstliche oder depressive Verstimmung geht oft mit sozialem Rückzug einher und gefährdet daher die Partizipation von Menschen mit Behinderungen. Durch respektvolle soziale Interkation können diese Prozesse verhindert oder abgeschwächt werden und verbessern somit die Integrationschancen und Partizipationsmöglichkeiten von Menschen mit Lernschwierigkeiten.

[1] Der Ausdruck „Menschen mit Lernschwierigkeiten“ ist die offizielle Bezeichnung der People First Bewegung Deutschland für Menschen mit so genannten geistigen Behinderungen.