Podcast-Episode

Feminismus, selbstverständlich! Aus der Praxis lateinamerikanischer Aktivistinnen

Zweisprachiger Audiomitschnitt (Deutsch-Spanisch) der Veranstaltung vom 13. April in der Heinrich-Böll-Stiftung im Rahmen des Schwepunkts "Lateinamerika gegen den Malestream? Geschlechterdemokratie unter der Lupe" (https://www.boell.de/de/lateinamerika-malestream-gender)

Ob Gewalt und Unsicherheit, Umweltzerstörung oder Klimawandel, schon lange mischen sich Feministinnen in die gesamtgesellschaftlichen Debatten zu den großen Herausforderungen Lateinamerikas ein. Dabei konzentrieren sie sich nicht allein auf frauenspezifische Themen, sondern suchen nach übergreifenden Analysen und Politikvorschlägen - aus feministischer Perspektive.

Feministische Aktivistinnen sind aus der politischen und zivilgesellschaftlichen Arena Lateinamerikas nicht mehr wegzudenken. Sie agieren in lesbisch-feministischen Kollektiven, themenorientierten Nichtregierungsorganisationen, in Gewerkschaften, in der Schwarzen oder Indigenen Bewegung, an Universitäten, bei politischen Parteien, im Staatsapparat oder in der Entwicklungszusammenarbeit. Ihre Ansätze, Ziele und Strategien unterscheiden sich - ein feministisches „Wir“ gibt es eigentlich nicht.

Gemeinsame Kämpfe und Forderungen nach einer anderen, geschlechtergerechten Gesellschaft dieser Akteur/innen und Bewegungen waren jedoch entscheidend, um Menschen- und speziell Frauenrechte auf dem Kontinent zu stärken. Ohne sie stünden die Staaten frauenpolitisch und gesamtgesellschaftlich an einem ganz anderen Punkt. Viele nationale Politikansätze stützen sich heute auf Konzepte und Ideen des Feminismus oder nehmen die Lebensrealitäten der Frauen in den Fokus.

Das sollte jedoch nicht dazu verleiten, voreilige positive Schlüsse über Frauenrechte, Geschlechter- und soziale Gerechtigkeit auf dem Kontinent des Machismo zu ziehen. Patriarchale, sexistische und rassistische Werte und Normen prägen noch immer den Alltag vieler Lateinamerikaner/innen. Werte, die auch in aktuellen gesellschaftlichen Debatten präsent sind. Gewalt und Sicherheit ist keinesfalls ein „frauenspezifisches Thema“, Diskussionen über Rohstoffausbeutung und Klimawandel sind alles andere als „geschlechterneutral“. Oft reproduzieren diese Debatten - gewollt oder ungewollt - Geschlechterklischees und -stigmatisierungen, die manchmal nur zwischen den Zeilen zu entdecken sind.

Wie können feministische Perspektiven weiterhin in gesellschaftliche Räume eingebracht werden? Diese Frage stellen wir unseren Referentinnen, die selbst in feministischen Organisationen in Peru und Mexiko arbeiten.

Wir wollen wissen: Zu welchen Themen arbeiten ihre Organisationen, zu welchen nicht (mehr)? Wie hat sich ihre Arbeit mit den gesellschaftlichen Realitäten gewandelt? Was können feministische Organisationen gut, oder sogar besser als andere soziale Akteur/innen? Welche Bedeutung hat der Feminismus heute für die lateinamerikanische Gesellschaft? Welche Impulse geben lateinamerikanische Feminist/innen ihren internationalen Mitstreiter/innen?

Mit:

•Lucía Lagunes Huerta (Comunicación e Información de la Mujer CIMAC, Mexiko)

•Liz Meléndez (Centro de la Mujer Peruana Flora Tristán, Peru)

Moderation: Elisabeth Tuider (Uni Kassel)

Eine Kooperation der Heinrich-Böll-Stiftung mit Brot für die Welt

Foto: Gaelx, Lizenz: CC-BY-SA (flickr)

Diese Episode ist Teil der Serie:
Cover image for podcast