Ostturkestan

Ostturkestan

Ostturkestan ist, wie viele Forscher betonen, „eine eher vage geografische Bezeichnung“ und eng mit politischen, ethnischen und kulturellen Kontroversen verbunden. Der Begriff entstand im 19. Jahrhundert unter russischen Gelehrten und bezog sich auf das Tarim-Becken. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde die Region zum Gegenstand der Rivalitäten zwischen China, Russland und Großbritannien im Rahmen des „Great Game“. In den 1930er und 1940er Jahren gab es dort kurzzeitig zwei verschiedene Staaten namens "Republik Ostturkestan“, bevor die KPCh 1949 in China die Macht übernahm und 1955 das Uigurische Autonome Gebiet Xinjiang gründete.

Dem renommierten Anthropologen Dru Gladney zufolge wurden verschiedene uigurische Organisationen in Xinjiang durch die Unabhängigkeit der zentralasiatischen Republiken nach dem Untergang der Sowjetunion ermutigt und hofften, ein unabhängiges Ostturkestan zu bilden. Inzwischen hat China den Begriff verboten und die Vereinigten Staaten und die Vereinten Nationen dazu veranlasst, die Gruppe East Turkestan Islamic Movement (ETIM) im Jahr 2002 als terroristische Organisation einzustufen.