Lasse Hansohm, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Die Welt noch einmal? – Das Problem des Realitätsbezugs kritischer Ästhetik im Ausgang von T. W. Adorno

Das Promotionsvorhaben verfolgt das Anliegen, eine systematische Frage politischer Ästhetik im Ausgang der Philosophie Theodor W. Adornos zu entfalten: Wie und wodurch kann sich Kunst auf gesellschaftliche Realität beziehen, insofern sie hierbei nicht auf Techniken einer ‚fotografischen‘ Abbildung bzw. ‚dokumentarischen‘ Verdopplung dieser Realität zurückgreift? Das Vorhaben fragt somit nach Möglichkeiten der Sichtbarmachung gesellschaftlicher Pathologien, die ausschließlich durch Kunstwerke zugänglich werden.

Das Promotionsprojekt will Adornos Begriff eines Realismus in der Kunst rekonstruieren, da dieser zu erklären antritt, wie Kunst die ideologische Oberfläche alltäglicher Erfahrung nicht bloß reproduziert, sondern vielmehr durchbrechen kann. Ein besonderes Augenmerk liegt hierbei auf dem künstlerischen Medium des Films. Im Ausgang von Adorno soll auch auf theoretische und praktische Nachfolgefiguren dieser Realismuskonzeption eingegangen werden. Als übergeordnetes Interesse gilt der Arbeit die Frage, ob es Kunstwerken möglich ist, gesellschaftliche Pathologien und Leiderfahrungen allgemein/objektiv zu formulieren oder ob dies unter aktuellen Bedingungen nur gruppenspezifisch möglich ist.

 

Stichworte: Realismus, Leiden, Kunst, Verfremdung, Entfremdung, ästhetische Transformation, ästhetische Differenz, Kritik, Negativität, Form, Mimesis, Konstruktion, Filmtheorie, Engagement