Philipp Nolz, Bergische Universität Wuppertal

Die brüchigen Gestalten der Masse. Die Innervation des Kollektivs als geschichtliche Erfahrung im Werk Walter Benjamins

Im vorliegenden Forschungsvorhaben soll der Begriff der geschichtlichen Erfahrung – im doppelten Sinn in und mit der Geschichte – anhand der praktischen Auseinandersetzung der Masse als historisches Subjekt mit seiner materiellen Welt untersucht werden. Der Philosoph Walter Benjamin widmete dieser Untersuchung einen großen Teil seines Werkes und legt den zentralen Aspekt auf die politischen und kulturellen Bewegungen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Um die Zusammenhänge zwischen Politik und Denkform zu erläutern, soll der Begriff der Innervation als physische Erprobung verschiedener Beziehungsformen zwischen gesellschaftlichen Produktivkräften und ihren (kulturellen) Ausdrucksweisen herangezogen werden. Ziel ist es dabei, die historische Konstitution von Wirklichkeit unter dem Aspekt eines offenen Erfahrungsbegriffs nachvollziehen zu können.

Zuletzt soll es durch diese Arbeit möglich werden, die Frage nach politischer Emanzipation nicht nur als Befreiung von bestimmten Bedingungen, sondern als kollektive Freiheit zur konkreten und perpetuellen Erprobung einer gerechteren Gesellschaft darzustellen.