Laura Lotte Lemmer, Universität Osnabrück

Exilautor*innen in der Bundesrepublik Deutschland: Der Wandel des Literaturbetriebs angesichts weltweiter Fluchtbewegungen seit 1990

Der Gang ins Exil ist kein neues Phänomen. Millionen Menschen waren und sind weltweit auf der Flucht. Auch die Bundesrepublik Deutschland wurde verstärkt zu einem Anlaufpunkt. In der jüngeren  Vergangenheit vor allem in den frühen 1990er-Jahren und in der Mitte der 2010er-Jahre. Unter den Schutzsuchenden befinden sich zahlreiche Autor*innen. Auch sie mussten etwa aufgrund von Krieg und Gewalt ins Exil gehen und sich eine neue berufliche Existenz im Literaturbetrieb aufbauen.

Ziel des Dissertationsvorhabens ist vor diesem Hintergrund die Untersuchung von Transformationen im Literaturbetrieb der Bundesrepublik Deutschland angesichts globaler Fluchtbewegungen von den 1990er-Jahren bis in die Gegenwart. Schwerpunktmäßig wird der institutionelle Wandel in der Produktion und Distribution unter Zuhilfenahme von institutionentheoretischen sowie transnationalen Ansätzen in den Blick genommen. Diskutiert wird zudem die Konzeptualisierung des im Feld verbreiteten Exilbegriffs.