Lara Hoffmann, Universität Duisburg-Essen

Die Rolle von Kurzumtriebsplantagen beim Schutz der Schmetterlingsvielfalt in der Agrarlandschaft

In dieser Promotion wird untersucht, welchen Mehrwert Kurzumtriebsplantagen Insekten in der Agrarlandschaft bieten. Dabei handelt es sich um schnellwachsende Baumarten, die von Landwirten auf ihren Feldern angebaut werden können. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Schmetterlingen und Syrphiden.

Mein Promotionsthema untersucht, welche Auswirkungen Kurzumtriebsplantagen (KUP) auf die Schmetterlingsvielfalt in der Agrarlandschaft haben. Bei Kurzumtriebsplantagen handelt es sich um schnellwachsende Baumarten, die als Kultur auf landwirtschaftlichen Flächen angebaut werden können (kein Wald i. S. d. BWaldG), wie beispielsweise Pappeln, Weiden oder Robinien.

Im ersten Teil meiner Dissertation kläre ich, wie die Schmetterlingsvielfalt vom Alter einer Kurzumtriebsplantage abhängt und wie sich Schmetterlingsraupen auf die unterschiedlichen Etagen des Blätterdaches verteilen (Sukzessionsökologie). Aus den Aussagen zu den von Schmetterlingen bevorzugten Wuchsstadien und aus der höhenzonalen Differenzierung der Raupengemeinschaft lassen sich biodiversitätsoptimierte Umtriebsphasen und Erntemethoden ableiten.

Der zweite Teil der Dissertation hat das Ziel, im Sinne einer Weiterentwicklung der KUP zu einer eventuell wirksamen Naturschutzmaßnahme, Aussagen darüber zu ermöglichen, welche Standorte für KUP in der Agrarlandschaft bevorzugt ausgewählt werden sollten, damit diese einen etwaigen Mehrwert für die Schmetterlingsvielfalt entfalten können.

Der dritte Teil der Dissertation widmet sich der Wirtschaftlichkeit einer biodiversitätsoptimierten KUP. Neue Managementwerkzeuge, wie die KUP möglicherweise eines darstellt, müssen im Sinne einer raschen Umsetzung durch Landwirte zwingend auch wirtschaftlich abgebildet und in diesem Punkt auch mit anderen Kulturen verglichen werden. Ist die Wirtschaftlichkeit nicht gegeben oder stellt sich im Vergleich zu alternativen Flächennutzungsalternativen als unattraktiv heraus, so zielt die Dissertation auch auf die Ermittlung etwaiger Förderbedarfe durch die Politik.