Julian Schunter, Staatliche Hochschule für Musik Freiburg

Jazz in Bläser- und Bigbandklassen

Eine qualitative Interviewstudie zu jazzbezogenen Bedeutungszuschreibungen und Unterrichtspraktiken von Anleitenden in Klassenmusiziermodellen mit Blasinstrumenten

Die Bläserklasse (und deren Variante Bigbandklasse) ist ein an Schulen im deutschsprachigen Raum weit verbreitetes Modell des Klassenmusizierens, in dem Kinder ein Blasinstrument im Klassenverband lernen und von Beginn an als Orchester zusammenspielen. Das Bläserklassenmodell stößt in der Praxis auf breiten Zuspruch, im musikpädagogischen Fachdiskurs äußern sich jedoch auch immer wieder kritische Stimmen. Beispielsweise wird gängigen Lehrwerken stilistische Enge und Einseitigkeit in den Umgangsweisen mit Musik bescheinigt.

Vor diesem Hintergrund stellt die Studie die Frage, inwieweit Jazz im Rahmen von Bläserklassenarbeit thematisiert werden kann: Was bedeutet Jazz in Bläser- und Bigbandklassen aus der Perspektive von Anleitenden und welche konkreten Unterrichtspraktiken verbinden sie damit? Auf Grundlage des Symbolischen Interaktionismus nach Herbert Blumer wird davon ausgegangen, dass die Bedeutungen, die Anleitende den für ihren Unterricht relevanten Dingen zuschreiben, handlungsleitend für diesen Unterricht wirken. Es werden problemzentrierte Interviews mit jazzorientierten Anleitenden von Bläser- und Bigbandklassen geführt und in der Forschungshaltung der Grounded-Theory-Methodologie ausgewertet.