Matthias Wanner, Universität - Lüneburg

Civic engagement and place identity: a Real-World Laboratory for the transformation of urban well-being in a district in Wuppertal/Germany

Die Dissertation fragt danach, inwieweit ein urbanes Quartier - das Quartier Mirke in der Wuppertaler Nordstadt - durch kulturelle und partizipatorische Impulse in Richtung eines alternativen Wohlstands entwickelt werden kann. Das Vorhaben ist dabei zum einen methodisch eingebettet in den transformativen und transdisziplinären Reallabor-Ansatz und zum anderen in die weiter gefasste Debatte eines nachhaltigen, ressourcenleichten „guten Lebens“ in Städten.
Als Praxispartner des transdisziplinären Teams fungiert das kulturkreative Nachhaltigkeits-Cluster Utopiastadt.
Das kumulative Vorhaben spaltet sich in fünf Teilfragen auf, die am Ende integriert betrachtet werden:
1) Methodenentwicklung: Wie sieht eine konkrete Forschungspraxis einer transdisziplinären, interventionsorientierten Reallabor-Forschung aus?
2) Systemmodell Mirker Quartier: Wer hat und wodurch wurde und wird das Mirker Quartier in den letzten zehn Jahren und zwischen 2016 und 2020 entwickelt? Welche Rolle spielt dabei der spezielle Akteur Utopiastadt?
3) Interventionen auf Basis des Co-Designs mit Utopiastadt: a) Wie kann das Forum:Mirke als impulsgebende Quartierskonferenz gefördert werden? und b) Wie können Ressourcen der Wissenschaft für eine kollaborative Entwicklung von System-, Ziel- und Transformationswissen aufgebracht und genutzt werden?
4) Ortsverbundenheit und Engagement: Wie groß ist die Verbundenheit der Bevölkerung mit ihrem Quartier und in welchem Zusammenhang steht sie mit ihrem zivilgesellschaftlichen Engagement? Welche Rolle spielen dabei soziales und kulturelles Kapital? Welche Veränderungen finden innerhalb von zwei Jahren statt?
5) Gemeinwohlorientierte Flächenentwicklung: Wodurch und wie gelingt es lokalen Akteuren rund um Utopiastadt, die 6 ha (Brach-)Fläche im dicht besiedelten Quartier unter dem Claim eines "Utopiastadt Campus" gemeinwohlorientiert zu erwerben und zu entwickeln?

Ein abschließendes Rahmenpapier zeichnet ein integriertes Bild der Dynamik und Akteure der nachhaltigen Quartiersentwicklung. Dabei wird von einzelnen Projekten, den Quartiers-Konstellationen und individueller Ortsverbundenheit auf das Vorhandensein und die Ausprägung des soziologisch-stadtgeographischen Konstrukts einer Ortsidentität und seiner Rolle für die Quartiersentwicklung geschlossen.