Valeria Hänsel, Georg-August-Universität - Göttingen

Managing Migration: Die Re-Stabilisierung des Europäischen Grenzregimes in der Ägäis nach dem ‘langen Sommer der Migration’ durch Inhaftierung und Abschiebung

Managing Migration: Die Re-Stabilisierung des Europäischen Grenzregimes in der Ägäis nach dem ‘langen Sommer der Migration’ durch Inhaftierung und Abschiebung

Das Promotionsprojekt widmet sich der detaillierten Beforschung der Auswirkungen der EU-Türkei-Erklärung im ägäischen Raum, die 2016 eine der zentralen Antworten auf die Fluchtmigration nach Europa bildete. Es wird aus einer regimetheoretischen ethnographischen Herangehensweise analysiert, wie die griechischen Hotspot-Inseln durch die Erklärung in eine Sonderrechts-Zone verwandelt wurden und welche Auswirkungen dies für Schutzsuchende hat. 

Ein besonderer Fokus liegt auf der Analyse der Inhaftierungs- und Abschiebepraxis und der damit verbundenen Detainability und Deportatbility im Transitbereich der griechischen Inseln, die erhebliche prekarisierende Auswirkungen hat. Dabei wird auch die Situation von Migrant_innen nach ihrer Abschiebung in der Türkei untersucht und analysiert, wie Menschen einerseits in türkischen Gefängnissen festgesetzt, und andererseits in ständiger Mobilität gefangen gehalten werden.

Abschließend soll der Frage nachgegangen werden, was dieses Phänomen für die Konfiguration des Europäischen Grenzregimes seit 2015 bedeutet und wie die Folgen des EU-Türkei Deals das kommende Europäische Grenzregime prägen und beeinflussen.