Katharina Krause, Eberhard Karls Universität Tübingen

Imag(in)ing Epidemics - the visual securitization of Ebola and Zika

“The doctors say ‘Don’t worry,’ but the pictures say, ‘Oh, yes, you should.’” (Moeller 1999, p. 60)

In meiner Promotion untersuche ich die visuelle Versicherheitlichung von Epidemien am Beispiel von Ebola und Zika. Grundlegend hierbei ist das Argument, dass die Art, wie Ebola und Zika bildlich dargestellt werden, dazu beiträgt, wie diese Epidemien verstanden und behandelt werden.

Bilder sind besonders wirkungsmächtig, da sie Menschen auf einer emotionalen Ebene ansprechen und dadurch ein Gefühl von Angst und Furcht erzeugen können, das wissenschaftliche Fakten überlagern kann. Ausgangspunkt dieser Arbeit ist das konstruktivistische Sicherheitsverständnis der Kopenhagener Schule.

Demnach ist Sicherheit keine objektive Kategorie, sondern wird in Sprechakten sozial konstruiert. In meiner Promotion argumentiere ich, dass diese ‚Versicherheitlichung‘ nicht nur auf verbaler sondern auch auf visueller Ebene stattfindet. Dies soll am Beispiel von Ebola und Zika gezeigt werden. Die zentrale Forschungsfrage lautet daher:

  1. Sind Ebola und Zika Fälle von visueller Versicherheitlichung? Aus dieser übergeordneten Frage ergeben sich weitere Forschungsfragen theoretischer, methodologischer und praktischer Natur:
  2. Wie kann die Theorie der Versicherheitlichung auf die Analyse von Bildern übertragen werden?
  3. Wie genau wurden Ebola und Zika versicherheitlicht? Wie wurden Bilder im politischen Diskurs eingesetzt?

Die Beantwortung dieser Fragen impliziert eine normative Dimension. Ein zentrales Argument der Kopenhagener Schule ist, dass ein Thema durch Versicherheitlichung dem demokratischen Prozess entzogen wird und sich harte Maßnahmen aufgrund der wahrgenommenen Sicherheitsbedrohung rechtfertigen lassen. Diese normative Dimension erachte ich im Umgang mit Epidemien für besonders relevant, sowohl in wissenschaftlicher als auch in gesellschaftlicher Hinsicht.