Cover Perspectivas Lateinamerika #6 Lügen, Hass und Desinformation
Perspectivas #6

Lügen, Hass und Desinformation – Lateinamerika in postfaktischen Zeiten

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Desinformationen und Fake News sind kein neues Phänomen. Schon immer war die Versuchung groß, gezielt Falschmeldungen zu streuen, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen. Allerdings haben die neuen Medien und spezialisierte Agenturen zu einer schnelleren, umfassenderen und vor allem zielgenaueren Verbreitung beigetragen und uns damit in kürzester Zeit ins postfaktische Zeitalter katapultiert. Aktuelles Beispiel ist die Corona-Krise. Sie hat eine Welle von Verschwörungsnarrativen ausgelöst, die zunehmend von extrem rechten Kräften instrumentalisiert wird.

In Lateinamerika haben Politiker wie Bolsonaro in Brasilien oder Bukele in El Salvador die Präsidentschaftswahlen nicht zuletzt durch ihre Abgrenzung vom politischen Establishment gewonnen. Einmal im Amt, kämpfen sie mit allen Mitteln darum, ihr Anti-Establishment-Image aufrechtzuerhalten. Dazu gehören auch gezielte Desinformationskampagnen und konsequente Wissenschaftsleugnung. Bewusst polarisieren und spalten sie die Gesellschaft, erschüttern systematisch das Vertrauen in die staatlichen Institutionen und sichern sich so mit allen Mitteln ihre Macht.

Aber nicht nur die Politik weiß sich solcher Desinformationsstrategien zu bedienen. Auch andere Interessengruppen, z.B. aus dem fundamentalistisch-religiösen Spektrum, Klimaleugner/innen und Menschen mit sexistischen, homophoben und rassistischen Ansichten nutzen diese Mechanismen. Auch Schweigen kann ein Mittel der Desinformation sein, trägt es doch zur gesellschaftlichen Normalisierung von Unrecht bei, wie z.B. im Umgang mit Gewalt gegen Frauen.

Unsere Autorinnen aus Lateinamerika beschreiben, wie die vielfältigen Mechanismen der Desinformation funktionieren, welche Folgen für die Gesellschaft und Demokratie zu beobachten sind und zeigen Gegenmaßnahmen auf.

Mit Beiträgen von: Beatriz Busaniche, Argentinien, Martha A. Tudón Maldonado, Mexiko, Tatiana Roque, Brasilien, Laura Aguirre, El Salvador, Diana Salinas, Kolumbien, Daniela Mendoza, Mexiko, Jamila Venturini und Joyce Souza, Brasilien.

Produktdetails
Veröffentlichungsdatum
November 2020
Herausgeber
Heinrich-Böll-Stiftung
Seitenzahl
36
Lizenz
Sprache der Publikation
deutsch
Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Überzeugt von der eigenen Wahrheit – Postfaktizität in Lateinamerika
Beatriz Busaniche

Hass, Diskriminierung und Desinformation in der mexikanischen Migrationsdebatte
Martha A. Tudón Maldonado

Wissenschaftsleugner an der Macht: Vertrauenskrise und Umweltkollaps in Brasilien
Tatiana Roque

Medien in El Salvador: Wie fehlende Berichterstattung die Gewalt gegen Frauen verharmlost
Laura Aguirre

Fake News: Desinformation und Zensur in Kolumbien
Diana Salinas

Kampf gegen die Lügen: Die Faktencheck-Initiative Verificado in Mexiko
Interview mit Daniela Mendoza

Technologien und Covid-19 in Brasilien: Zwischen Desinformation und Überwachung
Jamila Venturini und Joyce Souza

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